Kaminofen Abnahme Schornsteinfeger: Schritt‑für‑Schritt zur sicheren Prüfung

Ein aufgeräumter Arbeitstisch mit allen Dokumenten zur Kaminofen‑Abnahme, neben einem Messschieber und einer Kamera, Alt: Dokumente für kaminofen abnahme schornsteinfeger
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Kurz erklärt: Bevor ein neuer Kaminofen zum ersten Mal befeuert wird, muss der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger ihn abnehmen. Er prüft den Anschluss an den Schornstein, die Abstände zu brennbaren Bauteilen, die Verbrennungsluftversorgung und die Herstellerunterlagen und bescheinigt die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage. Die Abnahme kostet je nach Bundesland und Aufwand meist etwa 50 bis 150 Euro.

Stell dir vor, du hast gerade deinen Kaminofen ausgewählt und freust dich auf das erste Feuer. Doch dann taucht das Wort „Abnahme“ auf – und die Fragen gehen los: Muss der Schornsteinfeger wirklich kommen? Welche Unterlagen brauche ich? Was wird geprüft, und was kostet das? Genau darum geht es in diesem Ratgeber, Schritt für Schritt.

Die Abnahme durch den Schornsteinfeger ist kein bürokratischer Selbstzweck, sondern ein Sicherheitscheck. Ein falsch angeschlossener Ofen kann Abgase in den Wohnraum drücken – im schlimmsten Fall mit Kohlenmonoxidvergiftung – oder durch zu geringe Abstände einen Brand auslösen. Wer vorbereitet ist, hat die Abnahme meist in weniger als einer Stunde hinter sich.

TL;DR

Die Kaminofen-Abnahme durch den Schornsteinfeger ist nach den Bauordnungen der Länder vor der ersten Inbetriebnahme vorgeschrieben. Plane den Termin früh ein, halte Bedienungsanleitung, Leistungserklärung und Typenschild-Daten bereit und kläre Schornstein und Abstände schon vor dem Einbau – dann klappt die Abnahme ohne Nachbesserung.

Muss ein Kaminofen vom Schornsteinfeger abgenommen werden?

Ja. Nach den Bauordnungen der Länder dürfen Feuerstätten erst in Betrieb genommen werden, wenn der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage bescheinigt hat. Das gilt für jeden neuen Kaminofen, Pelletofen oder Kachelofen, der an einen Schornstein angeschlossen wird – und ebenso, wenn du einen alten Ofen durch einen neuen ersetzt oder die Anlage baulich veränderst.

Eine Baugenehmigung brauchst du für den Einbau eines Kaminofens in ein bestehendes Wohnhaus dagegen in der Regel nicht. Bei einem neuen Schornstein, im Denkmalschutz oder bei Mietwohnungen (Zustimmung des Vermieters) können zusätzliche Anforderungen gelten.

Kaminofen ohne Abnahme betreiben? Davon ist dringend abzuraten. Der Betrieb ohne Bescheinigung ist ordnungswidrig und kann ein Bußgeld nach sich ziehen. Außerdem riskierst du im Schadensfall Probleme mit dem Versicherungsschutz – und vor allem deine Sicherheit.

Schritt 1: Unterlagen und Vorbereitung

Der beste Zeitpunkt, an die Abnahme zu denken, ist vor dem Kauf. Viele Mängel lassen sich schon bei der Planung vermeiden: Passt der vorhandene Schornstein zum Ofen? Reicht der Platz für die vorgeschriebenen Abstände? Frag den Schornsteinfeger ruhig schon dann um Rat.

Für den Termin solltest du diese Unterlagen bereithalten:

  • Bedienungs- und Montageanleitung des Herstellers (mit Abständen zu brennbaren Bauteilen und Anforderungen an den Schornstein),
  • Leistungserklärung bzw. Prüfbericht nach DIN EN 13240 (Kaminofen) oder DIN EN 14785 (Pelletofen) mit Nennwärmeleistung und Abgaswerten,
  • die Daten vom Typenschild des Ofens,
  • Rechnung bzw. Montagenachweis, falls ein Fachbetrieb eingebaut hat,
  • vorhandene Unterlagen zum Schornstein (z. B. letzter Feuerstättenbescheid).

Prüfe außerdem selbst ein paar Punkte, bevor der Schornsteinfeger kommt:

  • Abstände: Die Mindestabstände zu brennbaren Materialien stehen in der Anleitung. Beim Holzofen mit 7,7 kW (Gekas MG 100) sind es laut Leistungserklärung 80 cm seitlich und hinten. Ohne Herstellerangabe gelten nach den Feuerungsverordnungen meist 40 Zentimeter zu brennbaren Bauteilen und 80 cm im Strahlungsbereich der Sichtscheibe.
  • Bodenschutz: Bei brennbarem Boden (Parkett, Laminat, Teppich) brauchst du eine nicht brennbare Bodenplatte, die in der Regel mindestens 50 Zentimeter nach vorn und 30 cm zur Seite über die Feuerungsöffnung hinausragt.
  • Rauchrohr: Durchmesser nach Herstellerangabe (beim MG 100 120 mm, beim MG 450 und MG 500 150 mm), fest und dicht angeschlossen.
  • Schornstein: Viele Hersteller verlangen einen eigenen Schornstein pro Gerät – bei den Gekas-Holzöfen ist eine Mehrfachbelegung ausgeschlossen.
  • Verbrennungsluft: Der Ofen braucht ausreichend Zuluft. Eine Dunstabzugshaube mit Abluft oder eine Lüftungsanlage im selben Luftverbund kann gefährlichen Unterdruck erzeugen – das prüft der Schornsteinfeger besonders genau.

Dokumente für die Kaminofen-Abnahme durch den Schornsteinfeger

Wer den Ofen selbst anschließen möchte, findet die wichtigsten Punkte im Ratgeber Kaminofen an den Schornstein anschließen.

Schritt 2: Termin mit dem Schornsteinfeger vereinbaren

Zuständig ist der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger für deinen Kehrbezirk – in Süddeutschland oft Kaminkehrer genannt. Wer das ist, steht in deinem Feuerstättenbescheid oder erfährst du bei der Gemeinde bzw. dem Landratsamt. Welche Schornsteinfeger die Bescheinigung ausstellen dürfen, regelt das jeweilige Landesrecht – im Zweifel fragst du direkt beim Bezirksschornsteinfeger nach.

Melde dich am besten schon, wenn der Einbautermin feststeht. Gerade im Herbst sind Schornsteinfeger oft ausgebucht. Nenne am Telefon Ofentyp, Nennwärmeleistung, Brennstoff und den Schornstein, an den angeschlossen wird, und frag gleich, welche Unterlagen er sehen möchte.

Wichtig: Den Ofen vor der Abnahme nicht „mal kurz testen“. Feuerstätten dürfen erst nach der Bescheinigung betrieben werden. Ob der Schornsteinfeger bei der Abnahme einen Probebrand wünscht, klärt ihr beim Termin.

Schritt 3: Was prüft der Schornsteinfeger bei der Abnahme?

Der Ablauf ist überall ähnlich. Der Schornsteinfeger prüft die Feuerstätte und die Abgasanlage als Ganzes:

  1. Unterlagen: Passt der Ofen zum Schornstein und zum Brennstoff? Liegen Anleitung und Leistungserklärung vor?
  2. Schornstein: Zustand, Querschnitt, Eignung für feste Brennstoffe, Reinigungsöffnungen und ob der Schornstein frei ist. Bei einem bisher ungenutzten oder alten Schornstein kann er zusätzlich eine Kehrung oder Kamerainspektion empfehlen.
  3. Anschluss: Ist das Rauchrohr fest, dicht und mit Gefälle bzw. Steigung korrekt eingeführt?
  4. Abstände und Brandschutz: Abstände zu brennbaren Wänden, Möbeln und Decken, Bodenschutzplatte, Wanddurchführung.
  5. Verbrennungsluftversorgung: Genügend Zuluft, keine Gefahr durch Abluftanlagen wie eine Dunstabzugshaube; gegebenenfalls ist ein Sicherheitsschalter nötig.
  6. Zug/Förderdruck: Oft misst der Schornsteinfeger den Förderdruck. Die Gekas-MG-Öfen benötigen laut Handbuch zum Beispiel etwa 12 ± 2 Pa.

Eine Emissionsmessung von Feinstaub ist bei neuen Kaminöfen nicht Teil der Abnahme – die Einhaltung der Grenzwerte der 1. BImSchV wird über die Typprüfung des Herstellers belegt. Mehr dazu im Beitrag BImSchV Stufe 2 erklärt.

Schritt 4: Prüfergebnis und Kosten der Abnahme

Ist alles in Ordnung, bekommst du die Bescheinigung über die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage. Ab dann darfst du heizen. Außerdem nimmt der Bezirksschornsteinfeger den Ofen in seine Kehr- und Überprüfungsliste auf und passt den Feuerstättenbescheid an.

Stellt er Mängel fest – etwa zu geringe Abstände, eine undichte Rauchrohrverbindung oder fehlende Zuluft – vermerkt er sie schriftlich. Du lässt die Punkte beheben und vereinbarst einen Nachtermin. Das ist nicht ungewöhnlich; eine Frist für die Nachbesserung nennt dir der Schornsteinfeger.

Kaminofen-Abnahme durch den Schornsteinfeger: Prüfergebnis und Dokumentation

Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung bzw. den Preisen im jeweiligen Bundesland und nach dem Aufwand. Als grobe Orientierung:

Leistung Typische Kosten Hinweis
Abnahme eines Kaminofens ca. 50–150 € abhängig von Bundesland, Anfahrt und Aufwand
Nachtermin nach Mängeln meist geringer als die Erstabnahme vorher erfragen
Zusätzliche Arbeiten (Kehrung, Kamerainspektion, Messung) nach Aufwand vor allem bei alten oder lange ungenutzten Schornsteinen

Die Angaben sind Richtwerte. Frag vor dem Termin nach den konkreten Kosten. Rechne außerdem eventuelle Nachbesserungen und die Kosten für Montage und Schornstein in dein Budget ein; einen Überblick gibt der Ratgeber Kaminofen-Genehmigung und Schornsteinfeger.

Schritt 5: Nachbereitung und laufende Überprüfung

Bewahre die Bescheinigung zusammen mit Anleitung, Leistungserklärung und Rechnung auf. Diese Unterlagen brauchst du, wenn die Versicherung nachfragt, das Haus verkauft wird oder später ein neuer Ofen eingebaut wird. Ein Scan in der digitalen Ablage schadet nicht.

Mit der Abnahme ist die Arbeit des Schornsteinfegers nicht beendet. Welche Kehr- und Überprüfungsarbeiten wie oft anfallen, steht im Feuerstättenbescheid – bei regelmäßig genutzten Kaminöfen meist ein- bis zweimal im Jahr. Hinzu kommt die Feuerstättenschau, die frühestens drei und spätestens fünf Jahre nach der letzten stattfindet. Dabei berät dich der Schornsteinfeger auch zum richtigen Brennstoff und Heizen.

Heize nur mit trockenem, naturbelassenem Holz. Das schont Ofen und Schornstein, beugt Glanzruß und einem Kaminbrand vor und macht die nächste Überprüfung einfacher. Einen passenden Ofen findest du in unserer Holzofen-Kategorie; ob ein Ofen am Aufstellort betrieben werden darf (inkl. 1. BImSchV), klärt der Bezirksschornsteinfeger.

Weiterführende Ratgeber

Fazit

Die Kaminofen-Abnahme durch den Schornsteinfeger ist Pflicht und schützt dich vor Brand, Abgasen und Ärger mit der Versicherung. Wer Schornstein, Abstände und Zuluft schon bei der Planung klärt und die Herstellerunterlagen bereithält, besteht die Abnahme meist beim ersten Termin.

FAQ – Häufige Fragen zur Kaminofen-Abnahme durch den Schornsteinfeger

Muss ein Kaminofen vom Schornsteinfeger abgenommen werden?

Ja. Nach den Bauordnungen der Länder darf ein Kaminofen erst in Betrieb genommen werden, wenn der Bezirksschornsteinfeger die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage bescheinigt hat. Das gilt auch beim Austausch eines alten Ofens.

Was kostet die Abnahme eines Kaminofens durch den Schornsteinfeger?

Meist etwa 50 bis 150 Euro. Die genaue Höhe hängt vom Bundesland, der Anfahrt und dem Aufwand ab; Nachtermine, Kehrung oder Kamerainspektion kommen gegebenenfalls hinzu.

Welche Unterlagen brauche ich für die Abnahme?

Bedienungs- und Montageanleitung, Leistungserklärung bzw. Prüfbericht nach DIN EN 13240 oder DIN EN 14785, die Daten vom Typenschild sowie gegebenenfalls Rechnung des Fachbetriebs und Unterlagen zum Schornstein.

Was prüft der Schornsteinfeger bei der Abnahme?

Er prüft den Schornstein und den Anschluss des Rauchrohrs, die Abstände zu brennbaren Bauteilen und den Bodenschutz, die Verbrennungsluftversorgung inklusive Abluftanlagen und oft den Förderdruck. Außerdem gleicht er die Herstellerunterlagen mit der Anlage ab.

Darf ich einen Kaminofen ohne Abnahme betreiben?

Nein. Der Betrieb ohne Bescheinigung ist ordnungswidrig, kann ein Bußgeld nach sich ziehen und den Versicherungsschutz im Schadensfall gefährden.

Was passiert, wenn der Schornsteinfeger Mängel findet?

Er vermerkt die Mängel schriftlich. Du lässt sie beheben und vereinbarst einen Nachtermin; erst nach der Bescheinigung darfst du den Ofen betreiben.

Wie oft muss der Schornsteinfeger nach der Abnahme kommen?

Das steht im Feuerstättenbescheid. Kaminöfen werden je nach Nutzung meist ein- bis zweimal im Jahr gekehrt bzw. überprüft; die Feuerstättenschau findet alle drei bis fünf Jahre statt.

Nach der Abnahme heizen
Alle Holzöfen findest du in der Holzofen-Kategorie.